Holzschnitte

Mappenwerke

ZEITENWECHSEL, 1997, mit Gedichten von Jens Koch und 14 einfarbigen Holzschnitten von Walter Knolle, Auflage 30 Stück

Homer, Die Odyssee, 2012/13 mit 24 zweifarbigen Holzschnitten von Walter Knolle und Textauszügen in der Übersetzung von Wolfgang Schadewaldt in Buchdrucksatz, Auflage 20 Stück

SEX – FRAUEN, 2011, 7 Holzschnitte von Walter Knolle, schwarz gedruckt und weiß gehöht, Auflage 11 Stück

SEX – SPIELE, 2011, 11 zweifarbige Holzschnitte auf farbigem Büttenpapier, Auflage 11 Stück

Einzelwerke

Ein- oder mehrfarbig, aus 50 Jahren, z. B. Botticelli-Like „M. M. oder die Geburt der Venus“. 3-farbig von Hand auf rosa Büttenpapier gedruckt, in einer Auflage von 33 signierten Exemplaren, Preis 150 Euro

Das berühmte Bild „Die Geburt der Venus“ des Renaissancemalers Sandro Botticelli, gestorben vor 500 Jahren, und das ebenfalls zur Ikone gewordene Foto mit der Filmschauspielerin Marilyn Monroe (M. M.) auf einem U-Bahn-Lüftungsschacht dienten als Vorlage für diesen 3-Farben-Holzschnitt.
Hier wie dort versucht die dargestellte Frau, ihre Blöße zu bedecken, indem sie mit ihren Händen das hochfliegende Kleid nach unten drückt, bzw. die im Wind flatternden Haare mit einer Hand vor ihr Geschlecht hält, während die andere Hand eine Brust bedeckt.
In beiden Bildern posiert die Frau dem Betrachter offen zugewandt. Venus steht dabei auf dem linken Bein, während das rechte entlastet ist (Spielbein und Standbein). Dies versetzt sie in eine fast schon schwebende Bewegung nach rechts, wohingegen M. M. sich durch Gewichtsverlagerung auf das Spielbein mit einem raumgreifenden Schritt und kraftvoller Pose aufreizend in Szene setzt.
Auf diese Art kommt es in beiden Fällen zu der seit der Renaissance beliebten schraubigen Körperdrehung, der sog. figura serpentinata. Diese endet bei der Venus von Botticelli oben in einer leicht nach unten geneigten Kopfhaltung, im Gegensatz zu M. M., die ihren Kopf selbstbewußt und stolz emporreckt, dabei ihren Mund öffnend und ihre blendend weißen Zähne zeigend.
Dem Motiv der Muschel, in der Venus über das Meer kommend, das Ufer einer Insel erreicht, entspricht im Holzschnitt quasi spiegelbildlich das hochfliegende Kleid der M. M., die nun aber nicht mehr barfuß sondern mit Stöckelschuhen aus der Muschel heraustritt und damit den Schritt von der mythologischen Ebene der Antike und Renaissance in die Gegenwart der Moderne vollführt.
Der Holzschnitt stellt somit eine Synthese aus früher und heute dar und macht gleichzeitig deutlich, wie sich das Bild der Frau sowie ihre Stellung in der Gesellschaft verändert haben.